Operative Krankheitsbilder

Operative Therapien am Fuß

Hallux rigidus

Cheilektomie

Bei der Cheilektomie werden knöcherne Anbauten im Bereich des Großzehengrundgelenkes entfernt. Die Arthrose sollte in diesem Gelenk noch nicht weit fortgeschritten sein. Ziel des Eingriffes ist eine Reduktion der Schmerzen und eine Verbesserung der Beweglichkeit im Gelenk. Nach der Operation kann der Fuß innerhalb von 14 Tagen wieder voll belastet werden.

Versteifung Großzehengrundgelenk – Arthrodese

Bei fortgeschrittenem Verschleiß im Großzehengrundgelenk werden beim Hallux rigidus oder extrem ausgeprägtem Hallux valgus die Gelenkflächen abgetragen. Ist durch Voroperationen oder starke Zerstörung des Knochens die Großzehe verkürzt, verwendet man körpereignen Knochen aus dem Becken. Die Knochen werden mit einer Platte oder Schrauben fixiert. in einem Verbandsschuh oder Walker für 6 Wochen.

Mittelfußschmerzen – Transfermetatarsalgie

Weil Osteotomie

Die Weil-Osteotomie wird bei Schmerzen unter den Mittelfußköpfchen durchgeführt. Dabei wird der Mittelfußknochen wird mit einem horizontalen Schnitt durchtrennt und der gelenktragende Teil des Knochens zurückgeschoben. Der Mittelfußknochen wird etwas verkürzt und erhöht. Die Knochenanteile werden in der korrigierten Position mit einer Schraube zusammengefügt. Nach der Operation erfolgt die Mobilisation in einem Verbandsschuh für 6 Wochen. In dieser Zeit darf der Fuß nach Ausmaß der Schmerzen belastet werden.

Krallenzehe

OP nach Hohmann

Bei Hammerzehen und Krallenzehen liegt eine kontrakte Verformung der Zehengelenke vor. Durch Entfernen der kontrakten Verformung kann die Zehe wieder gerade eingerichtet werden. Ein Draht, der nach 6 Wochen wieder entfernt wird, sichert die Ausheilung in korrekter Position. Nach der Operation erfolgt die Mobilisation in einem Verbandsschuh für 6 Wochen. In dieser Zeit darf der Fuß nach Ausmaß der Schmerzen belastet werden.

Plattfuß

Ein Plattfuß ist häufig durch eine nicht funktionstüchtige Sehne des M. tibialis posterior bedingt. Abhängig ob die Sehne irreparabel geschädigt oder in ihrer Funktion nur zeitweise beeinträchtigt ist auf Grund einer Fehlstellung der Ferse, stehen unterschiedliche operative Maßnahmen zur Verfügung. Die kann zum einen ein Transfer einer benachbarten Sehne sein (FDL-Transfer) oder alternativ das Einbringen einer Schraube (Sinus tarsi Schraube) zwischen Sprung- und Fersenbein.

Ist die Plattfußdeformität bereits fortgeschritten, können knöcherne Korrekturen oder das Einsteifen des unteren Sprunggelenkes nötig sein. Welches operative Verfahren sich zur Behandlung eignet, muss für jeden Patienten anhand des Befundes individuell entschieden werden. Hiernach richtet sich auch die Nachbehandlung.

Plantarer Fersenschmerz - Fersensporn

Die nicht operative Therapie des Fersensporns mittels entzündungshemmender Medikamente, Einlagen, Krankengymnastik, Elektrotherapie, Stoßwelle oder örtliche Spritzen ist häufig sehr Erfolg versprechend. Sollten die Beschwerden hierunter verbleiben, kann als letzte Möglichkeit operiert werden. Die überlastete und daher entzündete Sehnenplatte des Fußes wird eingekerbt und der Sporn entfernt. Eine zügige Aufbelastung nach Abschluss der Wundheilung ist möglich.

Dorsaler Fersenschmerz - Haglundferse

Das verknöcherte Überbein und der beteiligte Schleimbeutel werden entfernt. Ist die Verknöcherung stark ausgeprägt, muss die Achillessehne abgelöst und anschließend wieder befestigt werden. Die Nachbehandlung ist abhängig vom operativen Verfahren. Muss die Sehne abgelöst und wieder befestigt werden, kann die Nachbehandlung einige Wochen bis Monate in Anspruch nehmen.

Arthroskopie Sprunggelenk

In Schlüssellochtechnik werden über 2 kleine Zugänge Kamera und Instrumente in das Sprunggelenk eingeführt. Gelenkstrukturen wie Schleimhaut, Knorpel, und Bänder können so beurteilt und im gleichen Eingriff therapiert werden. Die Mobilisation erfolgt in Abhängigkeit vom Operationsverfahren. Sie kann sich zwischen zügiger Vollbelastung bis zu einer mehrwöchigen Schienenbehandlung bewegen.

Bandinstabilität Sprunggelenk

Nicht funktionstüchtige Bänder des Sprunggelenkes müssen bei erfolgloser konservativer Therapie wieder rekonstruiert werden, um eine Stabilität des Sprunggelenkes zu gewährleisten. Dabei werden zunächst Kanäle an den Ansatzstellen der geschädigten Bänder gebohrt und diese anschließend an Innen- bzw. Außenknöchel wieder fixiert. Die Mobilisation erfolgt in der Regel für 6 Wochen in einer Schiene oder einem Walker.

Versteifung des Sprunggelenkes

Ist die Abnutzung des Gelenkknorpels zu weit fortgeschritten und eine gelenkerhaltende Operation oder der Einbau eines künstlichen Gelenkes nicht möglich, wird das Sprunggelenk versteift (Arthrodese). Zerstörter Gelenkknorpel wird entfernt. Anschließend wird das Gelenk in optimaler Position eingestellt und das Sprungbein an dem Schienbein mit Schrauben oder Platten befestigt. Es erfolgt eine Ruhigstellung im Walker für 6 bis 12 Wochen damit Sprung- und Schienbein miteinander verwachsen können.

Sprunggelenksprothese

Im Gegensatz zur Versteifung bleibt bei der Implantation eines künstlichen Gelenkes (Endoprothese) die Beweglichkeit des Sprunggelenkes erhalten. Nicht jeder Patient ist für eine Sprunggelenksprothese geeignet. Dies hängt stark vom Alter, den Lebensgewohnheiten sowie den beruflichen und sportlichen Ansprüchen des Patienten ab. Nach dem Einbau eines künstlichen Sprunggelenks erfolgt eine Ruhigstellung im Walker für 6 Wochen. Es empfiehlt sich im Anschluss eine stationäre oder ambulante Rehabilitation.